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BURNING

Beoning. Südkorea/J 2018, 148 Min., korean. OmU, DCP, FSK: ab 16, Regie: CHANG-DONG LEE 
Buch: Oh Jung-mi, Lee Chang-dong, Kamera: Hong Kyung-pyo, Musik: Mowg
Mit: Yoo Ah-in, Steven Yeun, Yun Jong-seo u.a.

DO 19.9. FR 20.9. SA 21.9. SO 22.9. MO 23.9. DI 24.9. MI 25.9.
20:00 18:30 21:00 18:00 -- -- --

„Burning“ eilt ein legendärer Ruf voraus: Im vergangenen Jahr, während des Filmfestivals von Cannes, erhielt er in der Kritikerwertung der Branchenzeitung „Screen International“ die höchste Wertung aller Zeiten. Der Film beginnt wie eine Liebesgeschichte. Zufällig begegnet der aus einer einfachen Bauernfamilie stammende Jongsu in Seoul seiner ehemaligen Mitschülerin Hae Mi. Nach einem durchzechten Abend kommt es zum Sex. Da sie vor einer Reise nach Afrika steht, bittet sie ihn, ihre Katze zu füttern. Doch aus dem Urlaub kehrt Hae Mi am Arm des reichen Schnösels Ben zurück. Das irrlichternde Mädchen, das ohne Geld in den Tag hineinlebt, der gelangweilte große Gatsby mit dem Sportwagen und dem sterilen Luxusapartment und Jongsu, der Junge aus einfachen Verhältnissen, studiert, aber ohne Job, angehender Schriftsteller, aber ohne Romanidee – dass seine Chancen bei Hae Mi mit dem Auftauchen des reichen Gegenbildes zerstoben sind, muss nicht erzählt werden. 

Aber der Film sät Zweifel, Irritationen, sobald man glaubt, sich darin eingerichtet zu haben. Und obwohl er linear erzählt ist, scheint er langsam den Realitätssinn des Betrachters aufzulösen. Wer ist hier wessen Phantasma? Geht Ben wirklich einem perversen Zeitvertreib nach: dem Abbrennen von einsamen Treibhäusern? Weshalb befindet sich nach Hae Mis Verschwinden deren Katze in seiner Wohnung? Oder ist das alles Teil eines in Jongsus Kopf entstehenden Romans?

„Burning“ basiert auf einer Kurzgeschichte von Haruki Murakami, die der Regisseur jedoch nur als Ausgangspunkt einer tranceartigen Geschichte nimmt, die ebenso vielschichtig wie rätselhaft ist. Chang-dong Lee liefert in „Burning“ den Beweis, dass nicht unbedingt etwas herkömmlich Spannendes zu passieren braucht, damit ein Publikum gebannt verfolgt, was sich zuträgt, immer in der Hoffnung, die Dinge mögen sich doch noch aufklären, vielleicht. (nach: die zeit, epd-film.de)  

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